Weh dem, der keine Heimat hat.

Es wird kalt. Grau in grau durchzieht Straßen, Wälder, Menschenseelen. Und jedes Jahr um diese zeit wundern wir uns. Denn wir bilden uns ein, dass, aus welchen Gründen auch immer, der kommende Winter erträglicher wird als der letzte. Wärmer, bunter, besser. Wir glauben, dass wir weniger allein sein werden, dass die kalten Tage recht gemütlich werden.

Blätter fallen, verenden. Längst schon gibt es keine Kinder mehr, die sich an buntem Laub und gefallenen Kastanien erfreuen können. Eine jede Menschenseele ist allein. Die jungen wie die alten.

In einer Welt, die immer kälter wird.

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!
(Nietzsche)

19.10.10 17:52

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