Die Unendlichkeit des Liebens

Es gibt keine Strategie, die uns vergessen lässt. Was einmal war, kann niemals nie gewesen sein.

Eine Trennung ist so schwer, weil plötzlich alles Gewesene keine Rolle mehr spielen darf. Alles ist gleichsam verwerflich, unerhört, zukunftsbehindernd.

Doch wie vergisst man ein Lächeln, ein Lachen, ein Funkeln in den Augen? Kann jemand, der einmal die Sonne sah, vergessen, wie sie schien, wie sie wärmte? Die Wärme, die sie nicht mehr gibt, lässt uns frieren, wie wir in keinem Winter gefroren haben. Die Bekanntschaft mit der Sonne bleibt unvergessen.

Wie alles andere auch, ist Liebe endlich, vergänglich, nicht von Dauer. Doch die geliebte Zeit - oder auch auch die Zeit, in der wir liebten - ist unendlich. Sie findet die Unendlichkeit nicht in einer sich sekündlich wandelnden Realität, sondern in unserer Erinnerung oder viel mehr noch in uns selbst. In unserer Person, in unserem Wesen. In dem, was wir Tag für Tag vermissen und in dem, was wir in jedem Menschen suchen, dessen Bekanntschaft wir machen.

Wir sind geprägt durch alles Vergangene und am meisten durch vergangene Liebe.

7.11.08 17:53

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Ein schöner Gedanke.
Mir gefallen deine Texte.